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Innsbrucker Stadtidioten

08.06.2010 | Von Christoph

Sie gehören zu den Städten wie Souvenirshops und Sights. Nur dass niemand kommt sie zu bestaunen und sie auch nicht im Reiseführer stehen. Zu unrecht teilweise, der Unterhaltungswert eines echten Stadtnarren kann höher sein als der des Goldenen Dachl das man sich in brütender Hitze mit 1000 lärmenden Italienern teilen muss. Tragische Gestalten eigentlich, mit genügend Zynismus gesehen kann man sich aber schon über diese Figuren schmunzeln. Die Stadtidioten, nicht die Italiener.

Johannes der Täufer, alias der wahnsinnige Straßenkehrer

Der gute Mann ist Straßenkehrer in der Gegend rund um mein Büro. Stets hat er Kopfhörer auf. Wahrscheinlich um sein eigenes Geschimpfe und Geschrei nicht zu hören. Wie ein Irrer brüllt er mal wüste Beschimpfungen einem Passanten hinterher, mal predigt er vom Untergang der Welt. Ganz im Stile von Johannes dem Täufer. Nur hatte der keine orange Straßenkehreruniform an um seinen Wahnsinn damit noch zu unterstreichen. Macht aber Spaß Passanten zu beobachten die Johannes nicht kennen und sich plötzlich mit seiner apokalyptischen, lautstark vorgetragenen Sicht der Welt konfrontiert sehen.

Touretta, die +*”§*”!?%

Eine andere Favoritin die regelmäßig um den Titel Wahnsinnige des Jahres in Innsbruck ganz vorne mitkämpft ist Touretta. Eigentlich gemein sich darüber zu amüsieren, aber sit ist einfach lustig, die ältere Dame mit Tourette Syndrom. Tourette Syndrom? Die Krankheit bei der man wahllos den Menschen wüsteste Beschimpfungen entgegenschleudert. Nicht lustig für den Betroffenen, auch nicht lustig für den Beschimpften, lustig aber wenn man die Dame kennt. Sie wohnt irgendwo in Amras. Ich habe sie zum ersten Mal vor ziemlich genau 8 Jahren gesehen. Wie ich grad so an der Straßenbahnhaltestelle stehe fährt sie mit dem Rad vorbei und mault mich an: “Du *!###!/&%” Den genauen Wortlaut sollte man in einem ehrbaren Blog nicht wiedergeben. Immer wieder treffe ich sie seitdem, wie sie mit ihrem klapprigen Fahrrad durch die Stadt cruist und ahnungslose Passanten beschimpft. Richtig lustig: wenn die Leute glauben es mit ihr aufnehmen zu können und zurückmaulen….

Dog Man

Klingt wie ein Superheld, ist er aber nicht. Dog Man ist seit mittlerweile über 20 Jahren Teil meines Lebens. Unfreiwillig, und er weiß es auch nicht. Jeden Tag geht Dog Man seit Jahrzehnten mit vielen vielen Hunden spazieren. Ob es seine sind, man weiß es nicht. Wie alt ist Dog Man. Mittlerweile so um die 40 schätze ich, aber das ist bei so viel frischer Luft schwer zu sagen. Warum ist Dog Man so besonders? Nun ja, er redet ununterbrochen mit sich selbst und seinen Hunden, schneidet dazu Grimassen und hat stets einen Ghettoblaster um den Bauch gebunden aus dem lautstark Volksmusik ertönt. Die Erfindung von Walkman, Discman, Mini Disc und MP3 Player ist spurlos an ihm vorübergegangen. Ganz großes Kino.

Marathona

Mann – Frau – Mann – …. also zum Abschluss noch eine Weibliche Stadtidiotin. Schon gemein, die Dame ist wirklich in psychiatrischer Behandlung, von dort kenne ich sie auch seit meiner Zeit bei der Innsbrucker Rettung. Marathona nenne ich sie, weil sie ununterbrochen in Bewegung ist. Nicht schnell, aber stetig. Die kleine, ältere Frau redet etwas weniger als Nichts, geht aber ununterbrochen hin und her und auf und ab. Die schlimmsten Minuten des Tages sind die, wenn sie im Rettungswagen den jemand ruft weil sie mal wieder irgendwohin eingeliefert werden muss und SITZEN muss.

OK, ich merke gerade wie gemein das ganze ist. Im Grunde genommen ist es aber so. Diese vier sind nur die Spitze des Eisbergs des täglichen Wahnsinns im Herz der Alpen. Hinter ihnen folgen 129.996 Choleriker, die an schlechten Tagen, Hitze, Föhn, Stau, mindestens genauso wahnsinnig sind. ;-)

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Pink Konzert in Innsbruck… oder doch Paolo Nutini?

21.05.2010 | Von Christoph

Am 05.06.10 steigt das Highlight des Konzert Sommers in Innsbruck: Pink gibt ein Konzert in der Olympia World. Pink ist ganz OK, nur würde ich kein Geld für die Karten ausgeben. Was ich fast netter finde als die neurotische Rock Röhre, ist dass Paolo Nutini als Vorband auftritt. Paolo Nutini? Doch doch, der ist schon recht bekannt. Nicht ganz so bekannt wie Pink, aber definitiv ein Name. Mein Favourite? Das Video zu Coming up Easy. Ich geb´s euch mal als Hör- und Sehprobe für Euch zu sehen für alle die das Video noch nicht kennen….

[youtube]http://www.youtube.com/watch?v=FIQ2Rxh1k9Y[/youtube]

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WM Flair in Innsbruck

19.05.2010 | Von Christoph

Felix Austria ist mal wieder nicht bei der Fußball WM mit dabei. Als gelernter, Österreich Fan  ist man das gewohnt. Und irgendwie sogar froh darum. Nicht dass wir uns blamieren würden, bei der Heim EM haben wir uns recht tapfer geschlagen. Ein Nichtantreten des Heimatlandes lässt aber viel mehr Möglichkeiten bei der Wahl der Lieblingsmannschaft. Argentinien, England, Italien oder Spanien sind wesentlich besser zu repräsentieren als Österreich, vom Kosten Nutzen Faktor her gesehen. Ein Österreich Trikot kostet im Verhältnis wesentlich mehr, man muss die Investition auf 3 Spiele sehen, Spanien sollte doch zumindest 5, im Normalfall 7 Matches bestreiten zu denen man seine Zugehörigkeit darstellen kann.

Spanien spielt in Innsbruck, Holland trainiert in Seefeld, Südkorea im Stubaital

Die Spieler des regierenden Europameisters Spanien haben die EM vor 2 Jahren, die sie von Tirol aus bestritten haben, anscheinend dermaßen genossen dass man wieder zurückkommt. Das Trainingslager ist weiter westlich, nach Vorarlberg gewandert, 2 Testspiele finden dafür im Innsbrucker Tivoli statt. Fußball Genuss live zum Einstimmen auf die WM in Südafrika für alle Innsbrucker Fußballtiger: Am 29.05.10 spielt Spanien gegen Saudi Arabien, am 03.06.10 geht es gegen Südkorea. Karten gibt es noch genügend.

Vorbereitungsspiel werden die Oranjes leider keines absolvieren in Tirol, das Trainingslager der Holländer geht in Seefeld über die Bühne. Dass das Warmlaufen von Robben und Co. mindestens den gleichen Unterhaltungswert wie ein Bewerbsmatch des FC Wacker hat, ist wohl unbestritten. Noch ein WM Teilnehmer, nämlich Südkorea, schlägt seine Zelte in Neustift auf, genauer gesagt im einzigen 5 Sterne Hotel des Stubaitals, dem Jagdhof Neustift.


In Axams wird´s exotisch: Kongo gegen Saudi Arabien

Ein weitere Spitzenspiel findet am Freitag in der Ruifach statt. Ruifach? What the he**? Ruifach ist das wunderschöne Fußballstadion in Axams. Hier treffen mit Saudi Arabien und Kongo zwei B-Teams aufeinander. Das spannendste an der Begegnung für den neutralen Beobachter wird wohl sein, ob eine der hitzeverwöhnten Spieler im momentan herrschenden Tiroler Alpinsommer erfriert oder ob alle Akteure wohlbehalten die 90 Minuten überstehen.

Alle WM Vorbereitungsspiele in Österreich habe ich mal auf meinem Zweitlieblingsblog zusammengefasst.

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Strand in Innsbruck? Yes we can!

14.05.2010 | Von Christoph

Momentane Temperatur in Innsbruck: 10 Grad. Großwetterlage: besch….. eiden. Heute Regen, morgen Regen, übermorgen Regen. Mittwoch eventuell dann mal eine kurze Auflockerung. Mitte Mai können wir Schnee bis knapp über der Stadt auf 800 m erwarten. Na Bravo.

Dabei könnte es so fein sein. 2010 haben wir nicht nur den Strand am Marktplatz, auch beim Sillpark hat ein City Beach eröffnet. Coole Sache. Letztes Jahr war ich Dauergast bei der Markthalle. Das Schöne am Strand, nein nicht das Meer oder ein See, damit können wir nicht dienen, ist der Sand. Während ich gemütlich mit Frau und Freunden in einem der begehrten Liegestühle lümmle und ein feines Bierli genieße, kann mein Junior im Sand spielen. Mischung aus Ausgehen und Familienausflug.

Die Klänge sind fein chillig, das Bier kühl und die Laune ausgelassen. Ab und an soll es auch vorgekommen sein dass aus dem Nachmittagsausflug dank Absackens ein Absturz bis in die späteren Nachtstunden geworden ist. Besonders gefährlich war es Ende August. Meine Radrennsaison war schon beim Ausklingen und direkt nebenan war der Hamburger Fischmarkt auf Besuch. Cocktail auf Bier, das lob ich mir!

Zum Beach am Marktplatz habe ich es heuer noch nicht geschafft. Beim Sillpark war ich schon das eine oder andere Mal. Kind nach der Arbeit von der Kindergrippe abgeholt, Fischstäbchen von der Nordsee geholt, Bierli für den Papi und die wenigen Sonnenstrahlen genossen.

Das schöne am wechselhaften Wetter: man bekommt immer Platz am Beach. Im Sommer kann es doch recht stressig sein einen Liegestuhl zu ergattern. Aber vom Sommer sind wir derzeit ja meilenweit entfernt.

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Innsbrucker Stadtviertel: Wilten West

03.05.2010 | Von Christoph

Die Welt ist ein Dorf. OK, lassen wir mal so stehen. Nur: was ist dann Innsbruck? Richtig: eine Ansammlung von Dörfern. Manche davon sind richtig schön und nett, andere sind richtig erbärmlich und trostlos. Also nicht so trostlos wie so mancher Stadtteil in Berlin, da war ich heuer bei meinem Berlinbesuch teilweise echt schockert, aber eben trostlos auf eine provinzielle Art und Weise. Nach und nach möchte ich Euch die Innsbrucker Stadtviertel in diesem Blog ein bisschen vorstellen. Wir starten mit einem Viertel in dem ich so halb aufgewachsen bin, Oma wohnt dort,  und mittlerweile arbeite ich ganz in der Nähe: Wilten West.

Wild West in Wilten West

Mittlerweile ist Wilten West nicht annähernd der westlichste Stadtteil von Innsbruck. Wie wir oben gelernt haben, ist Innsbruck gewachsen. Wilten West war vor einigen Jahrzehnten noch ein bisschen verrufen. OK, total verrufen. Wenn ich mir die Geschichten von meinem Papa anhöre, der dort in den wilden 60ern und 70ern aufgewachsen ist, und interpretiere, dann war Wilten sowas wie das heiße Pflaster der Stadt. Von seinen Spezln von früher kenne ich ein paar, danke Gott dass mein Erzeuger den Absprung geschafft hat!  Heute erinnern nur noch die schnuckeligen Wohnblöcke mit den klassischen Hinterhöfen im Eisenbahner Wohnbau Stil an diese Zeit. Ansonsten ist Wilten West ein recht ruhiges Fleckchen Stadt. Die Bevölkerung hat sich in der Altersstruktur Richtung Pension verabschiedet und die wilden Zeiten hinter sich gelassen. Diejenigen die mal auf den harten Straßen zwischen Mentlberg und Stadtzentrum den Ton als Häferln, Gauner, Gammler und Zuhälter angegeben haben, sind mittlerweile recht zahme Zeitgenossen.  Zwar haben sich rund um die Speckbacher Straße in den alten Wohnungen einige Studenten WG´s breit gemacht, an das rohe Leben der Eisenbahner von vor 50 Jahren könnten die Jungs und Mädls aber nicht anschließen. Komagesoffen ist früher einfacher besser geworden, sorry!

Was gibt es in Wilten West zu sehen? Hmmm, zählt das Grab meines Opa im Wiltener Friedhof als Sight? Ich befürchte nein. Na dann sind wir gleich mal fertig. Jeder gute Innsbrucker macht seinen Radführerschein im Verkehrspark in Wilten. Wer Fußball spielt kennt den Besele Park, Home of Veldidena Wilten. Die Andreas Hofer Straße ist das Zentrum des Stadtteils, viel spielt sich hier dank der Konzentration der Shopping Center am Stadtrand nicht mehr ab, geschlossene Geschäftslokale sind in der traurigen Mehrheit. Ach ja: die Innsbrucker Klinik steht in Wilten. Zählt aber auch nicht als Sehenswürdigkeit befürchte ich. OK, dann eben doch Eisenbahnercharme der Nachkriegszeit im Stilmix mit wirklich schönen Villen in der Speckbacherstraße, Sonnenstraße, Templstraße (mein Büro steht da!) oder Kaiser Josef Straße  genießen.  Das schöne an Wilten: man ist in zehn Minuten in der Innenstadt. 

Lokalcheck in Wilten West

Dafür gibt es die klassischen Stadtrand Lokale zu Hauf. Cafe Leo oder Cafe Melody sind die Burner, in denen sich tagaus tagein alte Saufköpfe die Kante geben und in rotnasiger Einigkeit den Verlust der alten Zeiten beklagen bis die Leber versagt und sie zwei Straßen weiter an den Westfriedhof bringt. Eines der wenigen Lokale in das man sich mit Verstand trauen kann, ist das Jolly´s in der Müllerstraße. Cooler Sound, nettes Publikum und Happy Hours immer wieder mal sind gute Argumente.Ansonsten kann ich das Segafredo in der Leopoldstraße empfehlen, after Work, aber auch Sonntag Nachmittag trifft man sich hier ansehnlich und schick in Endzwanziger bis Enddreißiger Altersstruktur.

Auch wenn ich hier Wilten West nicht gerade als Paradies darstelle, unterm Strich ist es wirklich ein netter Stadtteil. Natürlich, Einserpublikum ist in den Stadtwohnungen keines zu finden. Die Mischung aus nicht riesigen Wohnblöcken und schönen, alten Wohnhäusern macht Wilten West aber definitiv zu einer der besseren Adressen in Innsbruck. Charme hat es auf jeden Fall, vor allem wenn man wie ich viele, viele Erinnerungen an das Viertel von früher hat.

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Long time no hear…

25.04.2010 | Von Christoph

Long time no hear weil long time no write. Eh klar. Die Ursache meiner Faulheit sei hier kurz erklärt: die Radrennsaison hat gestartet. Das heißt für mich mehr Training, mehr Berichterstattung auf meiner Seite über den Tiroler Amateurradsport sowie mehr Arbeit mit der Seite des Radgeschäfts meines Onkels, also weniger Zeit zum Innsbruck Bloggen. Genug nun aber der Eigenwerbung….

Natürlich aber: es gibt nicht viel Neues zu berichten. Mittlerweile habe ich es geschafft ins neu eröffnete Kaufhaus Tyrol zu gehen. Ich muss sagen: ich bin enttäuscht. Oder besser gesagt, ich fühle mich bestätigt. Das ist ja doch nur ein normales EINKAUFSZENTRUM. Pffff, und deswegen so einen Aufstand machen.

Das Event auf das ich mich sehr gefreut habe, goldene Jugenderinnerungen wären wohl erweckt worden, ist dem Vulkanchaos zum Opfer gefallen. Der Auftritt des Undertaker in der Wrestling World Tour der für April geplant gewesen wäre ist ausgefallen. Shame on you, Eyjafjö….. ach vergiss es!

Wo ich zugegen war, war der Sieg des FC Wacker Innsbruck gegen den Tabellenzweiten Admira Wacker. Zweite Liga versteht sich. Und als wir dann nach Abpfiff alle schon dachten das wäre es gewesen mit dem Aufstieg, gmahte Wiesn wie der Tiroler so schön sagt, da verlieren die Wackerianer doch glatt das Spiel gegen den Tabellenletzten vorgestern. Wird also noch mal spannend in der zweiten Österreichischen Liga. Zumindest für uns Masochisten die wir noch immer Wacker Fans sind und fleißig ins Tivoli pilgern, dem Großteil der Bevölkerung ist es ohnehin wurscht. Verständlicherweise, für alle die wegen sportlichem Niveau zum Fußball gehen und nicht zum Plaudern oder wie ich um den Sohnemann mit 2 Jahren schon an die echte, die schwarz grüne Religion heranzuführen.

So, damit möchte ich diesen äußerst langweiligen und nichtssagenden Artikel auch schon wieder beenden. Ich hoffe ihr habt Euch trotzdem über Innsbruck News gefreut. Und versprochen, beim nächsten Mal strenge ich mich wieder mehr an. Vielleicht passiert ja auch mal wieder was ;-)

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Ausgehen in Innsbruck

11.04.2010 | Von Christoph

Auch wenn Innsbruck nur eine kleine Stadt ist, Ausgehen kann was. Bei 30.000 Studenten auf 130.000 Einwohner kein Wunder. Die Lokale sind bunt gemischt und unterliegen einem regen Wechsel, eins sperrt zu, das nächste auf.

Meine Highlights im Innsbrucker Lokaldschungel zum Start des Abends sind die Alteingesessenen. Ich bin kein besonderer Fan von House Music (Who the fuck is David Ghetto?), die allseits beliebten Favourites Hofgarten und Stadtcafe fallen also mal flach für mich. Neben der Musikwahl hab ich auch so meine Probleme mit dem Publikum. Ausgehen und der übermäßige Konsum von Alkohol gehören für mich irgendwie zusammen. Klingt blöd, ist aber so! Sowohl im Hofgarten als auch im Stadtcafe ist man allerdings zuerst schön, dann wichtig und erst ganz zum Schluss wenn es sich gar nicht vermeiden lässt betrunken. Prosecco versteht sich, Männlein und Weiblein.

Neben den beiden obengenannten Locations ist das Theresienbräu seit Jahren im Geschäft. Aufgesperrt irgendwann im vorigen Jahrtausend als klassischer After Work mit eigener Brauerei und guter Küche ist im Laufe der Zeit eine echte In-Kneippe draus geworden. Für alle die schon mal in Linz waren aber noch nicht in Innsbruck, was ich jetzt absolut nicht verstehen könnte: ähnlich wie das Josef auf der Landstraße. Vor 10 Jahren war das Theresienbräu DAS Lokal schlechthin, dann gabs mal schlechtere Zeiten als man gar nicht mehr hinging, mittlerweile ist es aber wieder ganz OK. Die Musik im Resl ist stinknormales Chartgemix, man kann aber damit leben. Wie bereits erwähnt, Bier wird selbst gebraut, auch OK, Essen OK, Stimmung zwischen 10 und 1 Uhr sehr OK, um 2 wird zugesperrt.

Wer es etwas studentischer mag als das Theresienbräu ist im Irish Pub Innsbruck für den Start des Abends ganz gut aufgehoben. Junges Publikum, sehr junges sogar wie ich selbst mit zunehmendem Alter immer wieder feststelle, Musik sehr OK, klassisches Irish Pub eben.

Irgendwo mitten drin sind 11er Haus und Krahvogel. In-Lokale die weniger aufdringlich als das Theresienbräu und weniger alternativ als das Irish Pub sind. Publikum ist nicht ganz so jung, zwischen 20 und 35 ist alles dabei.

Wer nach 1 oder 2 Uhr in Innsbruck weiter ausgehen möchte hat viele Möglichkeiten. Das Blue Chip ist die ehemalige Boarder Hochburg. Als man um cool zu gelten noch das Snowboard umschnallte, verbrachte man den Abend im Blue Chip. Um genau zu sein zuerst im Jimmy´s, dann im Blue Chip. Sehr coole Bars, Musik ganz OK für alle die auf gehobenen Elektro Sound stehen.  Ich habe mal gelesen dass im Blue Chip Models auf der Suche nach coolen Boardern abgehangen sind, die müssen mir immer irgendwie durch die Lappen gegangen sein. Ich war auch kein Boarder, vielleicht lags daran…..

Sehr lange geht´s im Harleys etwas außerhalb zur Sache. Früh beginnen, lange bleiben. Publikum sehr gemischt und sehr unkompliziert. Wenn man Unterlage braucht, unbedingt die Burger testen. Abende im Harley´s können sehr spaßig sein. Auf keinen Fall verpassen: das Harley´s Fest im Frühling.

Wer ab Mitternacht genug getankt hat, kann sich in die Mausefalle trauen. Bauerndisco mitten in der Stadt, Foxtrottbunker mit Udo Jürgens Garantie. Tiefer ist nur noch das Testarossa aka die bluatige Hack. Nomen est Omen. In Oberösterreich habe ich für solche Lokale mal ein schönes Wort gelernt: Hausfrauen Puff. Sehr passend.

Richtige Disco Tempel gibt es in Innsbruck keine. Zumindest nicht sehr lange, meistens ist nach einem Jahr der Konkursantrag eingereicht. Ausnahme: der Queen´s Club, auch Jugodisco genannt. Ganz ohne Rassismus übrigens, ich habe den Ausdruck von meinen Ausländerfreunden mit denen ich mal dort war. Ein sehr spaßiger Abend übrigens, zumindest wenn man mit dem richtigen Pegel und den richtigen Freunden dort ist. Ich kann mich noch dunkel erinnern dass irgendwann das ganze Lokal auf der Tanzfläche war und zu einem total schrägen Balkansound abgetanzt hat.

Wer lieber trinkt als tanzt, zumindest nicht nüchtern, ab in die Bögenmeile. Zuerst Down Under, Weli oder ein anderes Lokal aus der wirklich großen Auswahl an Lokalen sind die Vorspeise für den Ausklang des Abends. Ausgehen in Innsbruck hat für alle Zielgruppen ein gemeinsames Endziel. Das Plateau. Vor 2 Uhr ist genau nix los, dann geht es aber rund das Lokal ist rammelvoll. Alle sind, sagen wir mal gut gelaunt, die Stimmung ist aber meistens heiter und erreicht den Höhepunkt irgendwann zwischen 4 und 6, das kann keiner so genau sagen, bei Lenny Kravitz und Bobby Brown. Allein ein Auszug über die in langen Jahren gesammelten Erinnerungen aus dem Plateau könnten ein Buch füllen.

Wer nach dem Plateau noch nicht genug hat, hat erstmals alles falsch gemacht und kann zum zweiten ins Titty Twister weiterschauen auf den ultimativen Absacker. Im Normalfall genügt aber ein Frühstück am Bahnhof und das eigene oder ein fremdes Bett, bevor die Vöglein den Morgen einsingen und die Sonne sich wieder am Himmel zeigt.

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Ostern in Innsbruck

02.04.2010 | Von Christoph

Es gibt zwei Dinge die zu Innsbruck gehören wie das Goldene Dachl und die Nordkette. Zwei Sicherheiten die uns im Jahreskreis Orientierung und Halt geben und uns wissen lassen: Petrus verabscheut unsere Stadt! Zum ersten wären das grüne Weihnachten. Es kann im Oktober schon schneien und kalt sein, am 20. Dezember liegt die weiße Pracht in und um Innsbruck noch meterhoh. Aber eines ist so sicher wie der Blähbauch nach den Feiertagen: spätestens am 23.12. setzt der Föhnsturm ein und bringt uns zweistellige Plusgrade die den Schnee schmelzen und die Bergwiesen in saftigem Grün erstrahlen lassen.

Die zweite Wettergarantie überfällt uns zu Ostern. Während ganz Europa mit Ostern den Frühling feiert, friert man sich als Innsbrucker den Arsch ab. Im Laufe der Karwoche wird es von Tag zu Tag kälter und regnerischer bis es dann dem Regen zu frostig wird und er sich kurzerhand in Schnee verwandelt. Die Karfreitagsprozession erfolgt klassisch im Wintermantel. Wäre Jesus in Tirol mit dem Kreuz unterwegs gewesen, er hätte es noch nichtmal hinauf nach Golgotha  geschafft sondern wäre mit dem Kreuz auf den Schultern erfroren.

Wetterberuhigung folgt dann meist am Dienstag drauf, dann wenn alle wieder im Büro sitzen. Heuer war der Schnee schon am Gründonnerstag dran. Sicher ist sicher!

Osterhasen kennen wir nicht. In Innsbruck haben wir aus Rücksicht auf das putzige Tierchen den Oster Eisbären als Maskottchen. Dieser versteckt Pinguineier. Apropos verstecken und Eier: Praktisch für Eltern mit Garten. Am besten die Eier weiß anmalen und in den Garten werfen. Unauffindbar in den Schneemassen für die armen Kinder die doch eigentlich auf neuen Fahrrädern fahren sollten und nicht Schneemänner bauen.

Wer es schafft sich vor der Verkehrslawine über den Brenner zu wälzen, verbringt das Osterwochenende klassisch am Gardasee. Zu Ostern, Pfingsten und über die diversen langen Donnerstags – Feiertage im Mai und Juni nennt man den Lago di Garda auch das “Meer der Tiroler”. Ich schaffe es heuer nicht mehr. Aber egal: das Fernsehprogramm ist brauchbar, die Heizung läuft auf Hochtouren, der Glühwein ist auf Vorrat eingekauft und so erwarte ich mit freudigem Lächeln auf den blaugefrorenen Lippen das warme Wetter nach den Feiertagen.

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Kinos in Innsbruck

29.03.2010 | Von Christoph

Am Freitag war es mal wieder so weit: Tja, die junggebliebenen Leser ohne Kinder werden dieses Statement jetzt ziemlich blöd finden, aber man kann es nicht beschönigen, die Realität des Familienernährers ist eine traurige: Ich bin mal wieder mit meiner Angetrauten ins Kino gegangen. Wooooooow!!!!

Der Film war auch ganz OK, The Green Zone mit Matt Damon. Wichtiger für einen Innsbrucker WAS man ins Kino geht ist jedoch WO man ins Kino geht. Die Wahl des Filmvorführungshauses gibt tiefe Einblicke in das Seelenleben des Besuchers.

Wir haben in Innsbruck mehrere Kinos. Ich beschränke mich mal auf die zwei “großen”, also das Cineplexx und das Metropol und das Indie Kino Cinematograph.

Eh klar, wer ins Cinematograph geht sieht sich Chilenische Produktionen auf Spanisch mit Englischen Untertiteln an. Das Schöne an den Indie Kinos ist, man kann sein Bier in der Flasche mitnehmen. Die Platzwahl ist auch recht frei einzuteilen, es kann schon mal vorkommen dass man am Boden sitzt.

Das Cineplexx ist das was ich das Landeierkino nenne. Das Cineplexx Innsbruck ist das modernste Kino. Kleiner Schönheitsfehler am Cineplexx: im selben Gebäude befindet sich die Mausefalle, eine Disco für Foxtrotters und Traktorfahrer. Man muss sich also vor dem Film durch einige Saturday Night Götter am Sprung ins Nachtleben kämpfen. Na Bravo! Meistens ist man vor dem Kinobesuch ja doch nüchtern, deshalb ist das Publikum dann doppelt schwer bis unmöglich zu ertragen. Ganz  schlimm ist es wenn die Mausefalle Society beschließt vor dem Discogang einen Film anzusehen. Dass im Kino Ruhe herrschen sollte hat sich leider noch nicht bis zu den 16jährigen auf das Innsbrucker Umland durchgesprochen.

Ich bin ein überzeugter Metropol Gänger. Für echte Innsbrucker, also die die in der Stadt leben und sich nicht nur am Wochenende hier aufhalten um auszugehen, das einzig wahre Kino. Bourgeois könnte man das Publikum nennen. Warum die Landeier ins Cineplexx gehen? Nun ja, das Metropol hat keine Garage, die Parksituation ist also ein wenig prekär. Gott sei es gedankt!

Das schöne am Metropol: Nach dem Kinobesuch kann man noch in der Stadt schnell auf einen Drink gehen. In ein normales Beisl, nicht in die Mausefalle. Und sollte es doch mal länger dauern und man den Pegel erreichen bei dem man zu Udo Jürgens oben ohne auf der Bar tanzen will: die Mausefalle hat bis 7 Uhr geöffnet ;-)

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Weltstadt Innsbruck?

23.03.2010 | Von Christoph

Shame on me! Da schimpfe ich mich einen eingefleischten Innsbrucker und war fast drei Wochen nach der Eröffnung des neuen Stadtheiligtums, des Kaufhaus Tyrol, noch immer nicht dort. Das selbe ist mir damals übrigens auch bei den Rathausgalerien passiert. Die Rathausgalerien sind ein global gesehen unspektakuläres Projekt, der alte und hässliche Innenhof des Innsbrucker Rathauses wurde mit Glas überdacht und in ein Einkaufszentrum verwandelt, das aber von unserer Stadtregierung dankbar aufgegriffen und uns einfältigem Bürgerpack als Weltneuheit verkauft wurde. Der einzigartig tolle Slogan “Innsbruck wird Weltstadt” sprangen einem von jeder Plakatwand ins Auge.

20 Minuten Auto und 2 Stunden zu Fuss ab Innsbruck (weiter…)

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