08.03.2010 | Von Christoph
Herr und Frau Innsbrucker bezeichnen sich selbst als “freundlich” und “herzlich”. Schön wenn man eine gesund – positive Einstellung zu den eigenen Charakterzügen hat.
Grundsätzlich würde ich die Wesenszüge freundlich und herzlich unterschreiben. Zwar scheint der Durchschnittstiroler Fremden im ersten Moment vielleicht verschroben und schroff, sobald die Eisschicht ums Herzlein erweicht ist und der Älpler ein gewisses Zutrauen zur Person gefasst hat, erweist sich dasselbe durchaus als gutmütig und hilfsbereit.
Wäre da nicht das Wetter. Alle paar Wochen fällt der Föhn, ein warmer Fallwind aus Richtung Süden über Innsbruck her. Im Winter verwandelt er eine schneebedeckte Stadt in wenigen Stunden in ein matschiges Schlammloch. Die Temperaturen steigen dann von -5 über Nacht auf +15. Weitere unangenehme Begleiterscheinung des Föhns: Kopfschmerzen für alle die ihm nicht gewachsen sind.
Umgekehrt geht es natürlich auch. Die Vöglein zwitschern, Frühlingsblumen blühen, aber: Menschlein, lass Dich nicht täuschen. Du bist noch immer in den Alpen und es ist erst Anfang März. Von heute auf morgen sinken die Temperaturen von +15 auf -5 ab. Die zarten Versuche des ersten Grüns werden unter einer Schneedecke begraben.
Dieses Spiel begleitet uns über das ganze Jahr hinweg. Frühling im Jänner und Schnee im Juli sind Standard. Kein Wunder dass die Laune leidet. Besonders auffällig kommt dies zu den Tages- und Wochenextremitäten zum Vorschein. Morgens, 06:30 beim Bäcker, wenn Blicke töten könnten. Sonntagmittag in der Innenstadt: die Polarluft hält die meisten meiner Mitbürger davon ab sich ins Freie zu begeben. Diejenigen die unterwegs sind schauen unter ihrer Vermummung aus als wären sie Sträflinge beim täglichen 10 Minuten Spaziergang im Hof. Skifahrer sind sauer, paradox aber wahr, sie wollen zwar Schnee, zum Skifahren aber im März Sonne und warme Temperaturen.
Ist es nicht kalt, muss der Föhn herhalten dafür dass die ganze Stadt spinnt. Und bläst der Föhn nicht, ist es allen zu heiß um sich sinnvoll zu betätigen. Man könnte nun sagen, hat es nicht exakt zwischen 18 und 24 Grad, ist windstill oder frisch verschneit im Winter bei exakten -2 bis + 2 Grad, so wandelt sich die Tiroler Laune zum Bösen. Patzige Antworten, Chaos im Verkehr, Unlust auf die Arbeit, wir schöpfen das volle Programm im passiven Widerstand gegen die Witterung aus.
Böse Zungen behaupten das alles sei nur eine Ausrede um endlich die Maske des zivilisierten Bürgers ablegen zu können. Ich hingegen sehe uns alle als Opfer der höheren Macht, Handpuppen im kosmischen Spiel rund um kalt und warm. Und wer jetzt Gegenteiliges behauptet, der kann sich meines Zornes sicher sein.
04.03.2010 | Von Christoph
Seit Monaten gibt es in Innsbruck kein anderes Thema mehr: das Kaufhaus Tyrol in der Innsbrucker Innenstadt, einst Wahrzeichen des Konsumaufschwunges nach dem 2. Weltkrieg, dann einige Jahre geschlossen, öffnete heute um 08.00 seine Pforten wieder.
Was für ein Tag. OK – in anderen Städten mag es keine große Sache sein. Wenn allerdings in die Maria Theresienstraße, die Prachtstraße Innsbrucks, ein futuristisch anmutender Glastempel gebaut wird, dann ist das schon was tolles für uns Bergprovinzler. Allein schon die Ausschreibung des Architekturwettbewerbs vor einigen Jahren sorgte für wochenlange Diskussionen.
Durchgeführt hat den Bau und das Investment des Projekts die Firma Signa. CEO von Signa ist Rene Benko. Den kennst du nicht? Shame on you! Rene Benko ist in Innsbruck bekannter als der Bundespräsident. Ein Selfmade Man wie aus dem Bilderbuch. Ich bin 4 Jahre lang mit seiner Schwester in die Schule gegangen. Durchschnittsfamilie, nette Leute. Und dann kommt dieser Benko zu Geld. Keiner weiß wie, keiner weiß von wem. Er war halt zur richtigen Zeit am richtigen Ort, Glück gepaart mit Cleverness. Rene Benko ist ein netter Typ, er sponsort ein Tiroler Nachwuchs Radteam und hat stets ein offenes Ohr für seine Mitbürger. Insgeheim habe ich gewartet bis seine Investmentblase mit Gebäuden und Objekten rund um die Welt platzt.
Weiteres Kuriosum rund ums Kaufhaus Tyrol: die Innsbrucker Bürgermeisterin ist seit Jahren schwer krank. Nur um aber die Schleife am Glastempel in der Einkaufsstraße durchschneiden zu können, hat sie sich aber noch durchs Amt geschleppt.

Kaufhaus Tyrol Saturn bei der Eröffnung
Innsbruck wird Warschau
Mittlerweile scheint die Hysterie ausgebrochen zu sein. Mein Chef wollte gerade eben ins Kaufhaus Tyrol gehen um sich ein Schnäppchen – Apple – Notebook zu sichern. Die Eingänge werden von Security Leuten gesperrt, der Andrang ist zu groß. Der Stau aus dem Parkhaus reicht kilometerlang durch die Stadt. Sehr schlau, mit dem Auto anzureisen, andererseits, wie soll man sonst den neuen Fernseher heimbringen? Die MacBooks zum McPrice werden direkt vom LKW herunter den Lieferanten aus den Händen gerissen. Saturn twittert live aus dem Kaufhaus Tyrol, die Bilder erinnern einen dann doch irgendwie an die lustige Powerpoint Folie die vor Jahren die Runde ging mit Bildern von der Eröffnung des ersten Media Marktes in Polen. Hier noch ein kurzes Video von der Saturn Eröffnung in Innsbruck. Sehr lustig. Der Mensch scheint doch vom Lemming, nicht vom Affen abzustammen.
Na bravo. Bleibt zu hoffen dass der Andrang anhält und es sich nicht um eine Eintagsfliege handelt. Auch Innsbruck steht vor dem Problem das viele Städte haben: immer weniger Menschen in der Innenstadt, immer mehr am Stadtrand bei den großen Einkaufszentren. Ich wünsche Rene Benko und den Innenstadthändlern viel Erfolg, sobald der Hype erträgliche Ausmaße angenommen hat, werde ich dann auch mal das Kaufhaus Tyrol testen
02.03.2010 | Von Christoph
Heute ist er also da, der große Tag. Mein erster Eintrag in den Innsbrucker Cityblog. Im ersten Post möchte ich mich und meine Stadt mal vorstellen.
Seit 29 Sommern, wie der gemeine Indianer sagt, lebe ich nun in Innsbruck. Wobei: Sommer ist in dieser Stadt fast ein wenig übertrieben. Jänner, Feber, Herbst und Winter, das sind die 4 Jahreszeiten die das Herz der Alpen fest im Griff haben.

Innsbrucker Nordkette
Innsbruck ist keine große Stadt, wäre es aber gerne. Wir hatten 2 Mal die Olympischen Winterspiele, 1964 und 1976. Der Ruf der Sportstadt Österreichs ist auch heute nicht ganz unbegründet, kommen doch die meisten Österreichischen Spitzensportler aus Tirol. Gregor Schlierenzauer, Benni Raich, Manfred Pranger, Mario Matt und viele andere Wintersport-Heroes haben im heiligen Land Tirol das Licht der Welt erblickt. Die Tiroler sind auch abseits vom Spitzensport ein aktives Völkchen, meiner Einer inbegriffen. Aber wen wundert´s , bei der Kulisse die wir vor der Haustüre haben. Leben, wo andere Urlaub machen, jeden Tag aufs Neue denk ich mir: Was für ein Glück es doch ist hier aufzuwachen. Innsbruck ist wie in einem Kessel umgeben von Bergen die zum Skifahren, Biken, Klettern oder Wandern locken. Ich selbst bin viel am Rennrad und auf den Tourenski unterwegs.
Was aber wäre Innsbruck ohne sein Wahrzeichen, das Goldene Dachl? OK, OK, die Innenstadt kann es nicht mit Wien oder Salzburg aufnehmen, auch wenn meine Frau, gebürtige Rumänin, aufgewachsen in Oberösterreich, das Gegenteil behauptet. Tja, man verliebt sich eben schnell in die Stadt Innsbruck . Vielen der Tausenden, auswärtigen Studenten die in Innsbruck die Uni besuchen ist es gleich ergangen. Gekommen für ein Jahr, geblieben ein Leben lang. Wir haben eine kleine Altstadt, nette Promenaden am Inn entlang und einige Museen. Das wahrhaft spektakuläre an Innsbruck ist aber sicher die Umgebung – jetzt kommt´s wieder - mit seinen Bergen. Die Kombi aus der kleinsten Großstadt der Welt mit der großartigsten Kulisse die man sich vorstellen kann ist unvergleichlich.
Kneippenkultur haben wir auch eine ganz großartige. Wie bereits erwähnt, Innsbruck ist eine Studentenstadt. Und Studenten haben eben viel Zeit abends auszugehen. Und wenn viele Menschen ausgehen, geht es den Wirten gut. Es sind weniger Discos als viel mehr Bars und Pubs mit laaaaangen Öffnungszeiten wo man sich trifft. Für jeden ist was dabei. Und eines ist dem Innsbrucker Ausgehabend eines jeden Nachtschwärmers gemeinsam: er endet im Plateau, der coolsten Bar zwischen 3 Uhr morgens, 2 Promille und dem Heimtorkeln mit dem ersten Vogelzwitschern.
In hoffentlich vielen Blogposts möchte ich Euch Innsbruck noch näher vorstellen. Ich hoffe ich konnte Euch ein wenig neugierig machen und ihr schaut öfter mal vorbei.
Alsdann, Servus, Pfiateich und bis spata!
27.10.2009 | Von Paul
Da liege ich nun darnieder mit meiner Übergangs-Erkältung und draußen wäre der allerschönste Herbsttag. Altweibersommer ist vorbei, den ersten Vorgeschmack auf den Winter hab ich auch hinter mich gebracht – und jetzt häng ich wie ein nasser Fetzen in meinem Zimmer rum.
Wie gern würde ich gerade jetzt spazieren gehen und auf welkes Blattwerk steigen. Wie gut täte mir jetzt ein Spaziergang entlang der Inn-Promenade. Oder eine Mini-Wanderung zum Buttererbichl.
Egal, es ist nun mal so – und so finde ich tatsächlich mal wieder Zeit was zu posten. Was geht ab im Westen? Keine Ahnung, das übliche halt! Ein paar Konzerte hier, eine Party dort – und alles befindet sich in Auflösungs- und Aufbruchstimmung.
Wo ich in letzter Zeit gerne meine gedanken schweifen lasse, ist das gute alte Jolly in deer Müllerstraße, wo Studenten schon seit 30 Jahren ihre Brause trinken. Ob sie schon gleich lang Tischfußball spielen ist mir unbekannt. Ich tu’s in der regel jeden Montag. Danach setz ich mich noch auf ein Schwätzchen mit Freunden an einen Tisch, um anschließend friedlich nachhause zu gehen oder mich wild geifernd ins Nachtleben zu stürze,-
Naja, gestern war Montag und da hab gar nix gemacht. Gesund werden wollt ich und jetzt gehts mir immer noch nicht viel besser. Sei’s wie’s sei, nächste Woche bin ich sicher wieder fit. Außerdem hab ich ja noch andere Lokale für andere Wochentage …
Und vielleicht bekomme ich mich ja noch so weit fit heute, dass sich ein kurzer Spaziergang trotz rinnender Nase doch noch ausgeht. Herbstluft ist unwiderstehlich.
06.09.2009 | Von Paul
Der Sommer wird langsam zum herbst, dennoch lassen sich die Abende mitunter auch noch im Freien genießen. Dafür muss man nicht unbedingt in einen Gastgarten gehen, in dem man von Heizstrahlern gewärmt wird. Auch eine Jacke oder ein hübscher Pulli bringens in dem Fall!
Ich verbringe meine Abende gerne und in letzter Zeit öfter auf der Inn-Promenade gleich hinter der geisteswissenschaftlichen Fakultät der Uni Innsbruck, ungefähr zehn Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt. Klar, da kann man schon am Nachmittag sitzen, was ja viele junge Leute tun. Aber auch vor dem Ausgehen kann man sich da schön treffen und z. B. Mitgebrachtes vertilgen und den Sternenhimmel anstarren. Ab und zu ist das auch schon in richtig fröhliche kleine Partys ausgeartet. War kostengünstig und am nächsten Tag haben die Anziehsachen auch gar nicht nach Rauch gestunken.
16.08.2009 | Von Paul
Innsbruck hat zwei Hausberge. Im Süden erhebt sich – zu den Hintertuxer Alpen gehörig – der Patscherkofel. Hier hat sich Franz Klammer 1976 seine Goldmedaille im Abfahrtslauf abgeholt. In nördlicher Richtung befindet sich unübersehbar die Nordkette mit dem Hafelekar. Hier lernen Innsbrucker Kinder im Winter das Schi- und Snowboardfahren und außerdem ist sie eine gute Orientierungshilfe, wenn man sich mal außerhalb der vertrauten Stadtviertel aufhält.
Doch auch im Sommer soll das Massiv der Nordkette seine Reize haben – so gaukelt es einem zumindest in gut überschaubaren Intervallen der Tourismusverband vor. Gerne gehen Leute da stundenlang hinauf, um eins mit der Natur zu sein oder so. Naja, wandern, sicher lässig, keine Frage. Aber: da gibt’s ja noch die Bahnen mit denen man problemlos innerhalb kürzester Zeit vom Stadtzentrum aus in Schwindel erregende Höhen aufsteigen kann.
Auf immerhin 2269 m befindet sich die Bergstation, die man bequem über die Umstiegsstationen Hungerburg und Seegrube erreichen kann. Bei meinem Ausflug habe ich das Glück einen wolkenlosen Tag erwischt zu haben. Ein toller Ausblick – zwar nicht bis München oder Mailand – aber trotzdem ziemlich beeindruckend, das sag ich euch. Nach einem 10-minütigen Aufstieg stehe ich am Gipfel und bestaune die Rückseite der Nordkette, die im Winter doch ganz anders aussieht.
Zwar könne ich jetzt von diese Ausgangspunkt aus die ganze Gebirgskette bis nach Hall in Tirol abschreiten, entschließe mich aber spontan doch dazu lieber einen Radler zu trinken.
Zu kalt war mir übrigens nicht, an einem Sommertag mit an die dreißig Grad im Tal, kann man hier oben auch problemlos kurze Hose tragen.
Also wer auf Gipfelsiege komplett ohne körperliche Anstrengungen abfährt, sollte durchaus mal aufs Hafelekar gondeln, der Ausblick, den man von dort hat, ist durchaus den minimalen Aufwand wert. Allerdings sollte man sich aber auch nicht an anderen Touristen stören, den die trifft man natürlich ununterbrochen, aber mei …
13.07.2009 | Von Paul
In meiner Wohnung regiert das Chaos. Nicht die übliche Singlehaushaltsanarchie – das würde mich nicht weiter tangieren. Meine amerikanischen Cousins leben einen Monat lang mit mir auf meinen bescheidenen 45 qm und man rückt sich schon mal etwas näher als für gewöhnlichauf die Pelle. Meine Küche hat definitiv schon bessere Zeiten gesehen und vom Bad mag ich jetzt nix schreiben. Sie sind meine Gäste und dürfen ja auch machen, was sie wollen, problematisch ist nur, dass sie so einen depperten Virus eingeschleppt haben, an dem wir nun alle so ein bisschen herumleiden. Nichts wirklich ernsthaftes, aber Held bin ich auch keiner. Und so lungern wir halt die meiste Zeit in meinem Zimmer rum und schauen uns Freaks and Geeks auf DVD an, was bei mir zu einer kleineren Obsession bezüglich dieses Meisterwerks geführt hat, obwohl ich schon bei der Erstausstrahlung vor gut 10Jahren schwerst begeistert war.
Leider macht mich das permanente Gehuste meiner Verwandten ziemlich paranoid, was meinen Gesundungsprozess negativ beeinflusst – zumindest bild ich mir das ein. Oder, wie mein Cousin Jake sagen würde: „It’sall in your head, Paulie!“ Das stimmt, man muss sich auch mal zusammenreißen und sich nicht von so einem klein wenig Gekribbel in der Nase irritieren lassen.
Nun hab ich ja mal geschrieben, dass ich die geneigten Leser meines Blogs auf einen kleinen Spaziergang durch das liebliche Hötting mitnehmen würde, bevorzugterweise im Regen. Zwar regnets grad nicht, aber das Wetter ist trotzdem trüb und ich brauch frische Luft. Und außerdem muss ich über irgendwas schreiben, da brauch ich Input.
Damit man das irgendwie nachvollziehen kann, ich starte meine Wanderung bei der Ottoburg, also ziemlich am zentralsten Punkt der Stadt unweit des Goldenen Dachls, das aufgrund Innsbrucks unbestrittenem Weltruhm wohl auch dem letzten Hillbilly-Japaner ein Begriff sein dürfte. Von dort aus überquere ich den Fluss und begebe mich entlang des Ufers nach rechts. Am Inn entlang gehen gefällt mir eigentlich immer gu, eben besonders bei Regen, da ich dann doch eher allein auf weiter Flur bin. Wenn man also auf diese Art für ca. 15 Minuten Richtung Osten schlendert – dem Inn bzw. der Innstraße entlang – taucht auf der anderen Straßenseite der Heinrich-Süß-Weg auf, der sich in aufstrebender Richtung gen Alpenzoo erhebt. Hier bieg ich dann meist ab und bring den sportlichen Teil des ganzen hinter mich – bergauf gehen macht nachweislich einen um bis zu 35 % festeren Hintern. Der Weg gabelt sich des öfteren und so kann man wählen, ob man letztendlich bei der Villa Blanka samt Pavillon, dem Alpenzoo samt sprechenden Raben und abartig riechenden Bären oder dem Judenbühel samt Kinderspielplatz, landet. Den Judenbühel würd ich aber tatsächlich eher bei Regen empfehlen – da sind nämlich dann keine Kinder da …
Von allen Punkten kann man dann gemütlich bergab – entlang der Weiherburggasse – zurück ins Zentrum flanieren.
Gut, das ist nur mal eine Route – mal schauen, ob ich in Zukunft noch mehr preisgeben möchte (obwohl das jetzt eben Preisgegebene doch noch ziemlich Mainstream ist). Ok, soll jetzt wieder richtig Sommer werden, hab ich gehört, mal schauen was da geht …
19.06.2009 | Von Paul
Ok, für alle die sich schon Gedanken darüber machen, wie’s mir denn geht und so … Macht euch keine Sorgen. I’m alright. Innsbruck liefert mir zurzeit die abgefahrensten Wetterkapriolen und das hat ja was für sich, oder? Überhaupt, das ist so eine Sache.
Ich bin ja jemand der Regen mindestens gleich gern hat, wie mediterrane Sommertage mit lauen Grillabenden im Anschluss. Beides hat seine Berechtigung, aber mit meiner Freude an Weltuntergangsähnlichen Wetterszenarien steh dann aber doch oft auf weiter Flur allein da. Soll mir keiner bös’ sein, aber das ganze vertikal prasselnde Wasser stimmt mich fröhlich. Für alle Sonne- und Strandfanatiker – ich weiß ihr seid mir zahlenmäßig überlegen: I salute you, aber ihr kommt’s ja auch auf eure Kosten …
Sei’s wie’s sei, das Semester neigt sich dem Ende zu und bald wird Innsbruck sich ins Sommerloch vertschüssen. Da wird dann erst mal wieder auf die Spaßbremse getreten. Aber mei, wer weiß, vielleicht geht da ja was. Ich verspreche hiermit für die garantiert noch bevorstehende Regenzeit – und sie kommt bestimmt – meinen ultimative Regenspaziergangs-Guide durch Hötting. Nicht vergessen – you read it here first!
Aber zuerst wird ich so wie jeder andere Trottel auch ein paar entspannte Tage an irgendeinem nahe gelegenem Tümpel verbringen, womit sich dann ja sogar noch ein zusätzlicher Blog-Eintrag ausgehen wird. Stay tuned for more sunny / rainy days!
12.05.2009 | Von Paul
Pfff, nicht bös’ sein, aber ich hatte einen stressigen Monat – da muss man mir schon nachsehen, dass ich in Sachen Blog ein wenig nachlässig war … Trotzdem versuch ich jetzt mal Schadensbegrenzung zu betreiben und den Monat April zumindest im Überblick Revue passieren zu lassen. Hmm, was war da gleich noch?
Persönlich ist mir der April ja immer mehr als sympathisch, schließlich fängt er mit meinem Geburtstag an, und der fiel heuer auf einen Mittwoch, was mir durchaus gelegen kam, denn so konnte ich und meine Partytruppe im mittwöchlich stattfindenden Wasted Kids Club im Project einen draufmachen. Ich kann mich zwar nicht mehr daran erinnern, wer mich als zweiter DJ durch einen Abend voll guter Musik begleitet hat, aber eins weiß ich noch: ich hatte mächtig Spaß – eigentlich so wie jeden Mittwoch, aber dann halt doch wieder auch auf ganz besonders übertriebene Art und Weise. (weiter…)
07.04.2009 | Von Paul
Eigentlich war ja klar das der Schmäh ziehen musste: NOFX-Coverband am Samstag Abend in der PMK. Und so pilgerten zahlreiche mir bekannte wie unbekannte Gesichter in die Räumlichkeiten der Bögen-Institution, um sich wie – wie bereits am Flyer angekündigt – an 40 alten NOFX-Hits zu ergötzen. Viel sollte man sich ja nie von Coverbands erwarten, aber zumindest ging ich von einem überaus unterhaltsamen Abend im Kreise meiner Lieben aus; an die Band selber stellte ich keine großen Ansprüche, vielleicht würden sie ja das eine oder andere Lied erkennbar nachspielen, so dass maninnerlich mitträllern könne? Ich würde bestimmt keine faulen Eier auf die drei Taugenichtse auf der Bühne werfen: Bassist/Sänger Andi ist ein feiner Kerl (obwohl er vor Jahren mal ein paar CDs, die ich ihm geliehen hatte, verloren hat!), und mit den anderen beiden Gestalten – den Brüdern Klemens und Hias – habe ich vor Jahren äußerst erfolglos in einer Band gewerkelt. Eines muss vorab gesagt sein: alle drei sind kompetente Musiker und haben jeweils einiges am Kasten, was sie in ihren jeweiligen Stammbands, Seven Years Bad Luck (Andi) und Indyus (Hias und Klemi) regelmäßig lautstark unter Beweis stellen. Und auch an diesem Samstag Abend lassen sie rein gar nix anbrennen. Viele alte NOFX-Fans sind im Publikum und schon fast gerührt bei der Konsumierung der schrillen Bühnenklänge. Zuviel wurde nicht versprochen – ein Hit jagte den nächsten. Der Lärm- und der Alkoholpegel ließen den Laien nur mehr schwer zwischen Original und Kopie unterscheiden. Zwischendurch ein paar Gastauftritte, die aber von der Performance des großartigen Kevin Apers aus Rotterdam krönend abgeschlossen werden. Was für ein Original und was für eine unnachahmliche Rampensau! Wir werden dich sehr vermissen, Kleiner! Erwähnen möcht’ ich aber auch noch die unnötige Gewalteinlage eines PMK-Stammgastes, der bei vielen an diesem einen unguten Geschmack hinterlassen haben dürfte. Mensch, arbeit endlich mal an deinem Anger-Mangement! Tanzen ist doch viel schöner als Schlagen, du dumme Nuss! Trotz des kurzen Stimmungseinbruchs wars dann doch noch sowas wie ein echt dufter Gig in heimeligem Ambiente. Und was die Band angeht, habe ich auch in Zukunft vor bei ihren Nostalgie-Abenden teilzunehmen und mir von diesem überaus fitten Dreiergespann, bei dem eigentlich nur schade ist, dass sie keinen eigenen Songs spielen, die Trommelfelle perforieren zu lassen.