09.03.2010 | Von Steffi
zuerst muss ich mal sagen, dass ich selber kein großer musical fan bin. ich würde mich auch nie neben rote teppiche stellen um zu beobachten, wer darüber schreitet und schlurft. ich würde eh niemanden kennen.
gestern abend war ich aber im metronom theater in oberhausen und bin sogar selbst über den roten teppich geschritten- es war premiere von wicked- die hexen von oz und ich war sehr begeistert! ein tolles bühnenbild, wahnsinns lichteffekte, tolle sängerinnen (sehr frauenstimmenlastig da ganze, ja), wilde hexen, zuckersüße blondinen, seltsame ziegen und affen… das metronom theater dazu ist ein wunderschönes theater, ich finde sehr edel aber modern und zum wohlfühlen.
in dem stück geht es um glinda und elphaba, ein strahlendes prinzesschen und die grünhäutige machtvolle hexe, die zwischen freundschaft und feindschaft hin und her wandeln, ein mann ist im spiel, eine schwester, geheimnisvolle vergangenheit und ungewisse zukunft. das musical wurde bereits in chicago, LA, toronto, im londoner westend und am broadway sehr erfolgreich gezeigt, hat jede menge tonys und grammys gewonnen. und jetzt, im kulturhauptstadtjahr, ist oberhausen an der reihe.
Foto: Stage Entertainment
das theater liegt direkt am centro gelände, hat einkaufsmöglichkeiten, kostenlose parkplätze, gastronomie in der nähe, auch hotels sind nicht weit, und mein büro liegt genau gegenüber, ich habe logenblick auf den eingang. ihr könnt mal zu mir hochwinken, wenn ihr wicked-die hexen von oz angucken geht! der rote teppich war heute morgen allerdings schon wieder weg geräumt…
im ruhrgebiet gibt es übrigens auch noch andere musical-theater: in essen im colosseum theater läuft noch bis sommer buddy holly und in bochum wahrscheinlich noch in hundert jahren starlight express. und wer in berlin auf der itb ist die nächsten tage, kann gern mal bei uns am stand des ruhrgebietes vorbei kommen- halle 8.2 stand 101.
24.02.2010 | Von Steffi
das museum folkwang in essen ist ein beispiel dafür, dass kultur im ruhrgebiet nicht erst mit der kulturhauptstadt kam und danach auch nicht wieder verschwinden wird. schon 1902 hat Karl Ernst Osthaus das museum gegründet (damals noch in Hagen) und die zu dieser zeit aktuellen, zeitgenössischen bilder ausgestellt. Paul J. Sachs, Mitbegründer des Museum of Modern Art in New York, hat es gar bei einem besuch 1932 als „das schönste museum der welt“ bezeichnet!
gerade ist das museum folkwang für rund 50 millionen um- und neu gebaut worden, und das einfach gesagt schön! zunächst die architektur des gebäudes. schlicht, einfach, übersichtlich, offen, integration des alten denkmalgeschützten teil des museums, sehr sehr viel tageslicht- durch die decke, aber auch durch große fenster, durch innenhöfe, sichtachsen. es fühlt sich einfach gut an, durch die räume zu laufen. durch die schlichtheit der räume kommen die gemälde und installationen, plakate und fotos besonders stark zur geltung. und immer wieder wandert der blick, sich erholend, nach draußen zu den nachbarhäusern, zu den innenhöfen. beim ersten rundgang sollte man sich einfach auf das museumsgebäude selbst konzentrieren.
anschließend ein zweiter rundgang, und dann die gemälde ansehen, modern und zeitgenössisch. grafiken, fotografien, installationen. im moment werden in allen räumen teile der sammlung gezeigt, aber demnächst stehen die ersten großen sonderausstellungen an. ab dem 20. märz zum beispiel „das schönste museum der welt“, mit eben jenen bildern aus den 20ern und 30ern, die sachs zu seinem ausspruch verleitet haben, die bilder, die durch die nazis als entartete kunst verurteilt und in alle welt verstreut wurden und jetzt zum ersten mal wieder zusammengetragen werden.
vom hauptbahnhof essen fährt übrigens ein kostenloser shuttle bus zum museum folkwang, die ubahn stationen rüttenscheider stern und philharmonie sind aber auch nicht weit, und es gibt ein cafe/ bistro, das abends zum feinen restaurant wird. an ein eigenes parkhaus wurde auch gedacht.
ich freue mich auf jeden fall auf die erste große ausstellung, die 2 stunden heute vergingen jedenfalls wie im fluge. info im web findet ihr auf der website www.museum-folkwang.de.
11.02.2010 | Von Steffi
berühmter ist der karneval in düsseldorf und köln, klar, aber auch ihm ruhrgebiet wird karneval gefeiert! schon seit wochen finden sitzungen und parties statt (ich könnt euch auf der website des oberhausener prinzen marco I. mal seinen auftrittsplan ansehen!), heute beginnt mit altweiber der straßenkarneval. das rathaus wird gestürmt, die frauen übernehmen die macht! der traditionelle karnevals-umzug zieht in oberhausen am sonntag durch die stadt, auch in anderen ruhrgebietsstädten gehts rund in den nächsten tagen, am wochenende, am rosenmontag bis zu traditionellen fischessen und abschiedsfeiern am aschermittwoch.

foto von pixelio/ ingo anstötz
bei wikipedia habe ich eben noch folgendes gelesen: Karneval im Ruhrgebiet geht bis ins Mittelalter zurück, so findet sich im Archiv der Stadt Duisburg die erste überhaupt in deutsch geschriebene Stadtrechnung aus dem Jahre 1377, aus der hervorgeht, dass die Ratsherren und die Bürgerschaft ausgiebig Fastabend („Vastavent“) feierten.” und in dortmund gab es den ersten türkischen karnevalsverein.
und selbst wer nicht mitfeiert, kann dem ganzen nicht entgehen- viele läden, banken, behörden etc haben heute nachmittag und am montag geschlossen! also hilft nur eins: mitfeiern. helau!
karneval in essen
karneval in duisburg
karneval in bochum
karneval in dortmund
07.02.2010 | Von Steffi
das centrO gelände in oberhausen strotzt vor gegensätzen. noch vor einigen jahren riesiges industrieareal, arbeit und schwerindustrie pur, kohle, eisen und stahl haben hier die hauptrolle gespielt. dann in den letzten jahren die umwandlung in ein freizeit- und urlaubergelände, mit musicaltheater, einkaufszentrum, konzerthalle, kino, aquarium undundund.
die neueste attraktion habe ich mir heute angesehen: die ausstellung „götter, geister und dämonen- kultobjekte fremder völker“. eine relativ kleine sammlung an kunstwerken aus papua-neuguinea, canada, ghana. geschnitzte darstellungen von göttern, gegenstände wie masken und trommeln, die für kulthandlungen verwendet wurden, figuren, die die entstehung der welt erklären.
das besondere an der ausstellung ist dabei der audio-guide, den jeder besucher bekommt. zu den kunstwerken werden nämlich allerlei geschichten erzählt, über das götterverständnis in afrika, die vorstellung der erschaffung der welt in süd-ost-asien, der ablauf von kultveranstaltungen in british columbia. geschichten von göttern des glücks, medizinmännern und jagenden krokodilen.
besser als jedes völkerkundemuseum, in dem man nur an exotischen gegenständen vorbeiläuft und wo die hintergründe aber verborgen bleiben!
wer also einen besuch in oberhausen plant, sollte die götter, geister und dämonen auf keinen fall verpassen! die ausstellung läuft bis ende des jahres, im gebäude der modellbahnwelt.
30.01.2010 | Von Steffi
auch wenn ich in oberhausen wohne, ich bin doch recht häufig in duisburg unterwegs. nur ein paar minuten entfernt, an vielen ecken sind die beiden städte so zusammengewachsen, dass nur aufmerksame augen bemerken, wenn eine stadtgrenze überschritten wird. häufiger anlaufpunkt ist dabei das dellviertel, in der innenstadt gelegen, mit alten häusern (was leider in den ruhrgebiets-großstädten etwas seltenes ist, da alles zerbombt war) und auf engem raum viele möglichkeiten etwas zu unternehmen. das filmforum am dellplatz ist ein wunderbares programmkino, mit toller filmauswahl, gemütlichen kinosaal und schönem bistro/ cafe für vor oder nach dem film.
allerdings ist als alternative ein paar schritte zur einen seite das brauhaus webster, wo es sehr leckeres bier und gute küche gibt. nichts für traute gespräche, denn immer, wenn ich bisher hier war, war es voll und laut; aber sehr gemütlich! und bierseminare kann hier auch belegen, wer sich weiterbilden möchte.
und auf der anderen seite vom kino ist mit dem hundertmeister schon das nächste highlight- hier gibt es konzerte und poetry slam, kindertheater und comedy. im sommer ist der dellplatz wie ein großer biergarten, überall tische und bänke draußen.
nicht weit entfernt (wobei ich mir jetzt nicht so sicher bin ob es noch zum dellviertel gehört oder nicht…) ist das lehmbruck-museum, wo skulputren ausgestellt sind. nun bin ich kein großer kunst-experte, aber einige von den ausstellungsstücken könnte ich mir durchaus in meiner eigenen wohnung vorstellen… aber bis es so weit ist, bis picasso und magritte in meiner vitrine stehen, besuche ich sie eben im dellviertel.

"stehender jüngling" im lehmbruck museum, foto: d. schütz/ pixelio
27.01.2010 | Von Steffi
eigentlich ist das ruhrgebiet flach, ohne berge oder hügel- wenn es nicht den bergbau gegeben hätte. neben der kohle wurde auch jede menge “taubes gestein” gefördert, das zum deichbau in holland verwendet wurde oder zum bau von eisenbahntrassen, und alles was immer noch übrig blieb, wurde im ganzen ruhrgebiet zu abraumhalden einfach aufgeschüttet. und seitdem haben wir auch unsere berge.

die halden sind nämlich begrünt worden, als naherholungsgebiet bei mountainbikern, hundeausführern und schlittenfahrern im winter sehr beliebt und auf vielen befinden sich inzwischen kunstwerke, die ein tolles beispiel dafür sind, wie gut vergangenheit (bergbau) und gegenwart (kunst) hier zusammen passen und zusammen gehören.
den schnee in der stadt mag ich so gar nicht, ganz anders ist es aber schnee in den bergen zu haben, ob in den alpen oder im ruhrgebiet. deswegen war ich heute bei strahlendem sonnenschein mal wieder auf halden-wanderung, dieses mal in bottrop auf der halde haniel. sie ist die höchste halde im ruhrgebiet, mit 185 metern, und eine meiner liebsten. tolle aussicht, im sommer aufführungen im amphitheater (diesen sommer wird im rahmen der kulturhauptstadt ruhr.2010 aida gespielt!), ganz viel ruhe, der wind weht einem kräfitg alle bösen gedanken aus dem kopf, und auf dem gipfel gibt es ein simples, buntes, wunderbar passendes kunstwerk aus alten eisbahnschwellen, die “totems” des baskischen künstlers agustín ibarrola.
foto upload funktioniert leider gerade nicht, ihr könnt dafür auf meinem flickr account schauen.
18.01.2010 | Von Steffi
die lichtburg in essen ist mit 1.250 sitzen deutschlands größter filmpalast, einer mit geschichte, und eins meiner liebsten kinos im ruhrgebiet. in den 50ern und 60ern war die lichtburg das premierenkino in deutschland (das sony center in berlin gab es noch lange nicht!) und zarah leander und heinz rühmann gaben sich die klinke in die hand (der heinz ist im übrigen in essen geboren und hat zufällig auch am selben tag geburtstag wie ich).
die lichtburg gibt es seit 1928, der saal ist relativ schlicht gehalten, sehr elegant, feierliches weiches rot, ganz klassisch und hat charme- verglichen mit den modernen multiplex sälen, die einfach nur kalt und laut und hollywood-style sind. in der lichtburg fühle ich mich immer ein bisschen wie bei einer premiere, als könnte jeden moment george clooney hereinkommen, oder wim wenders vielleicht. wenders hat sich zusammen mit anderen vor etwa 10 jahren dafür eingesetzt, dass die lichtburg renoviert wird, modernisiert, um mit den modernen riesen-sälen mithalten zu können. das kann sie – und ist inzwischen wieder zum premierenkino geworden, für welturaufführungen und deutschland-premieren. unter denkmalschutz ist das ganze natürlich auch.
im rahmen der kulturhauptstadt ruhr.2010 aber noch 2009 fand im ruhrgebiet die „European Film Academy – Europäische Filmwoche RUHR“ statt, unter anderem mit einer großen filmgala in der lichtburg, ken loach war dabei, ich leider nicht. und weil das ganze so schön war, soll die europäische filmwoche jetzt jedes jahr im ruhrgebiet stattfinden.
warum ich heute über die lichtburg schreibe? weil ich heute dort den film nanga parbat gesehen habe, der eigentlich so gar nicht ins ambiente der lichtburg passt und deswegen vielleicht besonders gut?
Hier noch der Link zur Lichtburg Essen.
13.01.2010 | Von Steffi
das ruhrgebiet ist etwas besonderes- und bekommt deswegen auch kein city blog über eine einzige stadt sondern ein blog für 53 städte. seit dem vergangenen wochenende ist “unsere” kulturhauptstadt auch offiziell eröffnet, schneesturm und eisiger wind konnten uns nicht abhalten, die eröffnung draußen, zunächst vor der ehemaligen kokerei, dann auf dem gesamten zollverein-gelände in essen zu feiern. toll war’s! mit diesem start können wir uns glaube ich auf eine wirklich besonderes kulturhauptstadt-jahr freuen- schließlich ist auch zum ersten mal eine region kulturhauptstadt europas (mit essen als “bannerträgerstadt”), was besonderes halt.
das heißt nun aber nicht, dass ich hier nur über die kulturhauptstadt bloggen werden, ich habe mir vorgenommen, so abwechslungsreich wie möglich über diese tolle region zu erzählen, für die ich arbeiten darf (bei der ruhr tourismus gmbh) aber wo ich auch lebe (in oberhausen), und das auch sehr gerne. damit wünsche ich euch viel spaß beim lesen hier, freue mich über eure kommentare und schließe für heute mit einem video übers ruhrgebiet- nein, nicht von grönemeyer gesungen sondern vom spardosen-terzett:
