Die alternative Highstreet in der Josefstadt

31.01.2010 | Von Annabella | Kategorie: Café, Freizeit, Must see

Es ist kaum zu glauben, dass die Josefstadt bis zum 17. Jahrhundert nur Acker und Wiese war, denn heute wartet dieser Stadtteil mit lebendiger Kultur, urbaner Geschichte und moderner Individualität auf. Nimmt man die Qualität und Quantität an Geschäften als Maßstab, so liegt wohl das rechtmäßige Zentrum der Josefstadt in der Josefstädter Straße, welche von der Auerspergerstraße bis hin zum Lerchenfeldergürtel reicht. Übrigens, hier fährt die Linie 2, ehemals Linie J.

Sieht man die Mariahilfer Straße als klassische Highstreet von Wien, dann ist die Josefstädter Straße im 8. Bezirk in der Tat die Alternative dazu. Hier sind nur sehr wenige Ketten zu finden. Die meisten Geschäfte sind klein, individuell, manchmal verrückt, und vor allem sehr speziell. Auf dem Weg vom einenEnd’ zum andren lassen sich interessante Zeitsprünge zurücklegen. Natürlich bekommt man in dieser Straße alles geboten was bei einem guten Bummel nicht fehlen darf, und mehr.

The West ist the Best, somit fange ich meine Runde meistens am westlichen Ende der Josefstädter Straße an, und zwar mit einem kleinen Schwarzen im großen Cafe Hummel – ein Uroriginal aus den 70ern Wiens, direkt am Hamerling Platz gelegen. Das Hummel ist trotz Baujahr 1970 kein bischen hip, dann eher schon echt retro. Nun, raunzen ist im Hummel jedenfalls nicht verboten, in diesem Sinne… im urigen Hummel trinkt man den Kaffee auf Wienerisch bitte, denn das ist urgemütlich so.

Gestärkt geht es dann los mit window shoppen – Auslagen gucken – auf Deutsch. Die Auslagen der wunderbaren Stilhäuser machen das Bummeln in dieser Straße erst so richtig zum Erlebnis. Nichts ist einladender als ein ansprechender Eingang. Fangen wir mit dem Naheliegenden an. Geschenke braucht man immer. In dieser Straße ist das Beschenken der Liebsten überhaupt kein Problem, denn was das Herz begehrt endteckte Herzi längst schon im Herzilein – Wien. Meine Empfehlung ist: unbedingt mal reinschaun, ignorieren kann man das viele Rot ohnehin nicht.

Außer auf auffallende Farben richten sich meine Augen meistens auch nach Süßigkeiten aus, und die gibts hier in der Josefstädter Straße zur Genüge. Deutlich zu sehen sind die Köstlichkeiten in dieser Vitrine, an der ich nie vorbeigehen kann. Es gibt es: Zuckerl, Torten, Mehlspeisen, Brötchen. Man kann sich aber gern rein setzen zum zweiten Kaffee, vorausgesetzt der Zeitplan erlaubt es.

Ein Buchladen darf in einer richtigen Shopping Straße natürlich nicht fehlen. Am besten so einer der richtig voll ist von hinten bis vorn, von oben bis unten, mit Büchern von A bis Z. Richtig lustig wird es wenn man vom genüßlichen Stöbern ins kaufsüchtige Wühlen kommt. Darf ich vorstellen: Die Eckart Buchhandlung – Ein Paradies für literate Wühlmäuse.

Zum Thema Essen sind Bauernläden und Delikatess Geschäfte immer gern gesehen. Fangen wir mit den Delikatessen an. Das Verde 1080 bietet mehr als nur gutes Essen. Ich finde den Slogan über dem Geschäft eigentlich recht bescheiden, denn hier liegt das Köstlichste was Österreich überhaupt zu bieten hat zum Thema, Essen, Gewürze, Bier, Wein. Mein letzter Einkauf im Verde war ein Mohnpesto aus dem Waldviertel. Zusammen mit der hausgemachten Pasta war dies ein voller Erfolg. Da wir gerade beim Thema kochen sind: Meine Basis für Gusto Pfannengerichte sind die genialen Gewürzmischungen für jeden Geschmack welche man im Verde bekommt.

Wenn es jetzt noch immer offene Punkte auf der Shopping Liste gibt, dann schaue man doch bitte mal auf die andere Straßenseite. Dort ist Edith’s Bauernladen, und den lohnt es sich regelmäßig heimzusuchen. Hier gibt es viel Heimatliches aus unserer ökologisch-biologischen österreichischen Landwirtschaft. Dank der netten Bedienung findet man hier alles was in einem Wiener Kühlschrank vorhanden sein sollte.

Alles andere als ein alter Hut ist mein Top Spezi Geschäft, der abgefahrene Hutsalon. Den empfehle ich auch immer gern weiter an Jedermann/frau die kreative Kopfbedeckungen suchen. Auf jeden Kopf passt ein Deckel. Im Hutsalon ist das jedenfalls so. Der Laden ist übrigens auch Wühlmaustauglich- und sicher.

Schicke Kopfbedeckungen machen den Friseur leider nicht überflüßig, so habe ich meinen neuen trendigen Lieblingsfriseur in der Joseftstädter Straße gefunden. Es war natürlich wiedermal der Eingang, der mich gereizt hat. London Haircutters – Namenschild und Banksymäßiges Graffiti darüber erinnerten wohl sofort an mein zweites Zuhause Old London Town.

Wenn man von dem ganzen Einkaufen doch noch hungrig geworden ist, wäre es angebracht ganz schnell zu der stil-echten italienischen – ja die Italiener dort sind auch echt – Trattoria der Josefstädter Straße zu laufen. Man findet sie unter dem Namen Il Rufino. Der Esser wird im gastlichen Ambiente mit italienischem Akzent begrüßt und darf dann wählen zwischen einer riesen Pizza mit diversen klassischen und kreativen Auflagen, oder einem fantastischen Angebot aus Fisch und Meeresfrüchte Gerichten, oder einer rustikal toskanischen Fleischküche. Egal was ich dort esse, für das krönende Tiramisu lass ich auf jeden Fall genug Platz.

Abschließend möchte ich noch bemerken, falls es euch noch nicht aufgefallen ist, in der Josefstädter Straße gibt es wunderschöne Häuser. Vielleicht ist es eine gute Idee zum Shopping die Kamera mitzunehmen.

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2 Kommentare
Kommentar »

  1. Jetzt hast du mich neugierig gemacht – Verde 1080 da muss ich hin! Als Hobby-Koch finde ich hier sicher die richtigen Zutaten ;)

  2. Wow … ich bin beeindruckt, wie viel Tolles und Aufregendes es in der Josefstädter Straße zu entdecken gibt! Muss gestehen – obwohl ich seit 2 Jahren in Wien wohne hat es mich bisher kaum in dieses Grätzel verschlagen. Das muss sich nun ändern! Und der Tipp mit dem London Haircutter interessiert mich besonders …

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